1. Tag, Mittwoch 17.4.2024
270km, von Pörtschach nach Venedig zum Fährhafen
Bewölkt, frischer Schnee vom Vortag, die Straßen frei, 0-17 °C
Aufbruch war um 6:10 Uhr bei 0-2 °C und nasser Fahrbahn aber eine Schneedecke daneben. Es hatte in diesem Jahr zwar seit Jänner keinen Schneefall in Pörtschach gegeben und kaum Temperaturen unter 0°, aber ausgerechnet am 16.4., am Tag vor unserer Abreise, gab es den ersten Schneefall in diesem Jahr. Ab Pontebba wurde es erträglicher. Dann gab es schönes Wetter ab Udine.

Beim Check-in für die Anek Line Fähre nach Patras gab es ein Riesenproblem: Die Agentur Directferries hatte mir zwar am Vortag eine Erinnerung für den Fährtermin zugesandt, hatte aber irrtümlicherweise bei der Reederei das Ticket storniert. Also mussten wir letzten Endes ein neues Ticket kaufen, und wir kamen im letzten Moment an Bord. Das bei Directferries lange vorher bezahlte Ticket wurde mir erst im August nach 3-maliger Anforderung gutgeschrieben.
Weil die Fähre beinahe ausgebucht war, bekamen wir zu zweit eine Vierbettkabine für uns allein. Endlich an Bord, hatten wir nach dem Umziehen und Auspacken uns ein Bier gegönnt, das war nach dem Schock einer womöglich abgeblasenen Reise schon sehr hilfreich um im Urlaub auch mental anzukommen. In der Bar hatten wir 4 Salzburger Motorrad Veteranen kennengelernt, wir hatten zusammen einen Mordsspass. Es zeigte sich wieder, manche Motorradfahrer sind schon sehr ausgeprägte Persönlichkeiten nicht nur wegen ihrer äußeren Erscheinung, sondern auch wegen der oft außergewöhnlichen Lebensläufe.
Das Abendessen im Akropolis Restaurant auf der Fähre war nur teilweise recht gut. Das Fährschiff war schon recht alt, und ein Vibrieren vom Antriebsmotor spürte man am ganzen Schiff.
2. Tag, Donnerstag, 18.4.2024
Weitere Fahrt auf der Fähre, 5km mit Motorrad vom Fährhafen in Patras zum Hotel Byzantino
Schönes Wetter, bis zu 18 °C
In der Nacht hatten wir gut geschlafen. Zum Frühstück gab es im Selbstbedienungsrestaurant Schinken-Käse Omelett und Mozarella auf Salat. Und frisch gepresster Orangensaft. Schön anzusehen und hat gut geschmeckt.
Der Tag verging mit faulenzen, lesen und Musik hören vorüber. Wir kamen auch durch unser Segelrevier vom letzten Jahr, Erikoussa, Korfu, Paxi und Antipaxi. Da konnten wir schön in unseren Erinnerungen schwelgen.

In Igoumenitsa gab es einen Zwischenstopp, da gingen die Salzburger Kollegen von Bord. Von hier wollten sie kreuz und quer über den Balkan nach Hause fahren.
Die Fähre erreichte Patras um 21:35. Bis zum Hotel waren es nur 4 km, trotzdem kamen wir erst um 22:30 dort an, weil es doch einige Zeit gedauert hatte, bis alle Fahrzeuge die Fähre verlassen konnten.
Unser Hotel Byzantino befand sich in einer großen Partyzone, mit sehr vielen Bars und lauter Musik. Natürlich mussten wir da auch mitten rein, wir waren ja ausgeruht. Aber der Lärm hielt bis weit nach Mitternacht auch im Hotelzimmer an. Fenster schließen hat geholfen und wir hatten trotzdem gut geschlafen.
3. Tag, Freitag 19.4.2024
298km, von Patras zur Fähre in Piräus, über die Berge am Peloponnes
Anfangs heiter, später bewölkt und am späten Nachmittag Nieselregen, 14-20 °C
Patras war größer als vermutet, und es zog sich, bis man den Stadtverkehr überwunden hatte. Danach fuhren wir über den Peloponnes Richtung Tripoli mehr als 100km auf kurvenreicher Straße zwischen 400-1000m Seehöhe. Die Strecke ist sehr schön, es gibt ein paar einsame Dörfer mit vielen Schafherden. Alles war voller Blüten mit angenehmen Gerüchen.

Bei einer Mittagspause in Vlachora erkannten wir am Wetterradar eine Gewitterfront aus Westen, die uns bald eingeholt haben würde. Daher waren wir schnell auf die Autobahn mit zügiger Fahrt nach Korinth dem Regen erfolgreich ausgewichen.
Am Isthmus machten wir halt. Der 6 km kurze Verbindungskanal zwischen dem korinthischen und dem saronischen Golf war sehr beeindruckend, 70m tief aus dem Fels geschnitten, mit einer 70Grad Wandneigung. Fertiggestellt wurde der Kanal 1893 nach 12-jähriger Bauzeit unter Leitung zweier ungarischer Ingenieure. Daher war Kaiser Franz Josef auch bei der Eröffnung dabei gewesen. Vermutlich wollte er aber nur seine Frau in Korfu besuchen und war daher für die Reise motiviert.

Von dort fuhren wir die schöne Küstenstraße am saronischen Golf entlang bis zur Abzweigung nach Piräus. Unterwegs sahen wir große Anlagen am Wasser für die Übernahme von Flüssiggas.
Der Check-In für die Fähre war diesmal problemlos, und wir konnten kurz nach 19 Uhr das Zimmer beziehen. Wir hatten im Selbstbedienungsrestaurant gegessen und in der Bar noch ein Digestiv genossen. Die Abfahrt für die 9-stündige Überfahrt nach Chania war dann um 21:20 Uhr. Das Schiff war relativ neu und gut ausgestattet, man spürte keine Vibrationen vom Antrieb. Für die Überfahrt nach Kreta waren heftige Stürme über 40 Knoten vorausgesagt gewesen.
4. Tag, Samstag 20.4.2024
161km, von Chania über Chora Sfakion nach Kamilari
Heiter, 16-21 °C, teilweise starker W-Wind
Auf der Fähre hatten wir verschlafen und wachten erst auf als die Fähre um 6:30 bereits das Anlegemanöver in Chania durchführte. Während der Nacht waren wir wegen des heftigen Windes bei der Überfahrt aufgewacht, der Bft 9 Sturm hatte sich durch die rollende Bewegung und der fauchenden Geräusche bemerkbar gemacht.

Im Hafen konnten wir im Hotel Oniros direkt an der Fähranlegestelle ein ausgezeichnetes Frühstücksbuffet genießen. Danach fuhren wir auf kleinen Straßen quer über die Insel Richtung Chora Sfakion an der Südküste. Etwa nach halber Strecke kamen wir auf die neu ausgebaute Straße die von Heraklion nach Chora Sfakion führt. Es ging über eine herrliche Bergstraße über mehrere Pässe und dann über Serpentinen den steilen Berghang hinunter zur Küste.
Unterwegs besuchten wir ein privates Kriegsmuseum mit einem bunt zusammengewürfelten Sammelsurium aus Relikten der deutschen Besatzungszeit von 1941 bis 1945. Im Mai 1941 hatten die Deutschen mit einem Luftlandeangriff mit über 600 Flugzeugen die englischen Soldaten zum Verlassen der Insel gezwungen. Die Verteidigungsbereitschaft der Briten war von den Deutschen um ein mehrfaches zu gering eingeschätzt worden, daher war dieser Pyrrhos Sieg nur mit schwersten Verlusten möglich gewesen. Nach Ende des Krieges 1945 war die deutsche Besatzung auf eigene Initiative noch mehrere Monate geblieben, nachdem die Alliierten die Insel erstaunlicherweise nicht besetzt hatten. Da gab es wohl andere Prioritäten in Mitteleuropa.
Auf der Strecke nach Chora Sfakion war auch eine englische Oldtimerrallye, hauptsächlich mit Jaguar E Fahrzeugen unterwegs. Das erstmals 1961 gebaute Cabrio hatte mit seiner extrem langen Frontpartie einen 12-Zylinder Motor. Ein stolzer Besitzer erzählte mir, dass er weit über 30l/100km Treibstoff verbraucht.

Der Südküste entlang ging es durch kleine Dörfer und an tiefen Schluchten vorbei nach Tymbaki und weiter zu unseren Freunden oberhalb des Strandes von Kalamaki. Dort wurden wir von unseren Gastgebern Bettina und Kurt sehr herzlich mit einem Begrüßungstrunk empfangen, und konnten das am wunderschön angelegten Anwesen das Gästehaus beziehen. Hier wollten wir 4 Tage bleiben, bis wir wieder mit der Fähre zurück zum Festland fahren würden.

5. Tag, Sonntag 21.4.2024
146km, eine Kreta Rundtour nach Pirgos, hinauf nach Ethia, dann Tefeli und über Zaros zurück
15-25 °C, heiter bis bewölkt
Nach einem ausgedehnten Frühstück mit vielen Erzählungen starteten wir unsere Motorrad Rundtour Richtung Osten. Bei Rotasi bogen wir nach Süden ab, und fuhren den steilen Berghang hinauf über viele enge Serpentinen bis zum Pass auf knapp 1000m Seehöhe, und dann ein wenig hinunter nach Ethia. Dieser Ort in einem Hochtal ist sehr nett und durchaus lebhaft. Unterwegs sahen wir viele Schafherden und Ziegen. Der Ausblick von der Passhöhe in beide Richtungen ist traumhaft schön. Weiter ging es nach Ahendrias und dann wieder über viele Serpentinen hinunter nach Mesohori. Diese Runde über den Berg war ein richtiges Highlight. Einige waren trotz des steilen Anstiegs mit dem Fahrrad unterwegs.

Dann fuhren wir nach Norden nach Tefeli, wo wir in einem Café eine Pause einlegten. Eine Großfamilie feierte in dem Lokal, und einer der Gäste hatte uns die Getränke bezahlt, ohne mit uns gesprochen zu haben. Die Chefin meinte dass dies der kretischen Gastfreundschaft gedankt werden kann.
Von da ging es wieder zurück nach Westen, über Gergeri und Zaros über schöne Strecken, durch blühende Hänge zwischen den Olivenhainen.
Das Navigationsgerät BMW Navigator VI funktioniert gewöhnlich sehr gut. Mit der Garmin Smart Link App am Handy kann man Ziele auf der Karte antippen und auf das Navi übertragen. Kurz nach Agia Varvara schickte uns aber das Gerät auf eine Abkürzung mit extrem steilem Abstieg, wir konnten nur hoffen dass dieser Weg wieder bald auf eine ordentliche Straße kommen würde. Umdrehen wäre bei dieser Steigung sehr schwierig gewesen. Nach wenigen 100m waren wir aber wieder erlöst, und der Puls konnte sich wieder beruhigen.
6. Tag, Montag 22.4.2024
Wandertag durch die Agiofarango Schlucht
20-26 °C, heiter bis wolkenlos, nachmittags 5er Wind aus SO
Von Sivas fuhren wir mit unseren Freunden und Gastgebern zuletzt über Schotterstraße bis zum Eingang der Agiofarango Schlucht. Von dort sind wir etwa 4km durch die Schlucht bis zum Strand gewandert. Unterwegs kamen wir an Ziegenherden, und auch einzelne verlaufene Ziegen vorbei. Kurz vor Ende der Schlucht kamen wir zur Agia Antonius Kirche, ein Kreuzkuppelbau aus dem 14. Jahrhundert.

Der Strand war sehr schön mit feinkörnigem Schottersand und hohen Wellen wegen des starken Windes aus SO. Auf beiden Seiten stiegen Felswände senkrecht empor.
Zum Abendessen kamen wir in den pittoresken Ort Agia Galini. Von einem hoch gelegenen Terrassenrestaurant aus konnten wir den Ausblick auf das gut geschützte Hafenbecken bei einem hervorragenden Essen genießen.
7. Tag, Dienstag 23.4.2024
Ruhetag
20-28 °C, diesig, bei starkem SO-Wind
Wir freuten uns über einen Ruhetag bei unseren Gastgebern. Wir konnten die Wäsche waschen, die Helme reinigen, und uns das Anwesen mit all den Anpflanzungen zeigen lassen.
Der starke Wind mit sehr viel Saharastaub in der Luft hätte einen Ausflug ohnehin nicht begünstigt, die Luft war sehr diesig.
Auf dem Grundstück der Gastgeber befanden sich etwa 130 teils noch sehr kleine Olivenbäume und auch viele mediterrane Obstbäume wie Orangen, Zitronen, Limetten, Granatäpfel, Kirschen, Mandeln und Bockshorn. Die Mandelfrüchte schauen wie unterentwickelte Pfirsiche aus, ich hatte vorher noch nie welche gesehen. Laut Kurt sind das auch eng verwandte Arten. Natürlich gab es auch die ganzen typischen Gewürzkräuter wie Thymian, Rosmarin, Oregano, Salbei und Majoran in Unmengen. Dazwischen wuchsen die sich selbstvermehrenden kretischen niedrigen Wildsträucher. Alles war mit Liebe angelegt und wurde offensichtlich auch entsprechend gepflegt. Zu den Fruchtbäumen waren abgedeckte Schläuche gelegt, die Bewässerungspumpen wurden automatisch angesteuert.

8. Tag, Mittwoch 24.7.2024
152km, von Kalimari zur Fähre in Chania
14-25 °C, schönes Wetter, am Nachmittag wieder gute Sicht
Die Route nach Chania über Rethymnon führte uns über eine ausgewiesen schöne Straße, an der Westseite des Psiloreitis Gebirges mit dem Ida als höchsten Berg in Kreta mit 2.456m vorbei.
In Rethymnon besuchten wir die Fortezza, eine unter den Venezianern im 16. Jhdt. gebaute riesige Hafenfestung. Die damals seit etwa 1204 in Kreta herrschenden Venezianer wurden 1646 von den Ottomanen, den Türken vertrieben. Eine zentrale Kirche in der Festung wurde damals durch eine Moschee ersetzt, die heute noch steht.

Bevor wir in Chania wieder auf die Fähre fuhren, besuchten wir noch den auf der Westseite der Halbinsel gelegenen alten venezianischen Hafen mit einem beeindruckenden Leuchtturm. Der ursprüngliche Turm war zwar von den Venezianern gebaut worden, dieser wurde jedoch bis auf den Sockel bei der Okkupation der Ottomanen 1645 zerstört. Der jetzige Turm wurde erst 1864 vom Ägyptischen Militär wieder aufgebaut und zuletzt 2006 saniert.

Um 19 Uhr gings wieder auf die Fähre, diesmal in einer wunderschönen Kabine.
9. Tag, Donnerstag 25.4.2024
165km, vom Fährhafen in Piräus nach Delphi
16-26°C, schönes Wetter
Von der Fähre in Piräus brauchte man einige Zeit um den starken Verkehr rund um Athen hinter sich zu lassen. In Piräus fanden wir gegenüber einem Barrista Cafe eine außergewöhnliche Fleischerei, in der alle Fleischsorten und auch griechische Spezialitäten bestens aufbereitet angeboten waren. Gerne hätte ich etwas eingekauft…
Ab Mandra begann eine schöne hügelige Landschaft. Wir bogen schon bei Erithres, nahe dem antiken Platea, auf kleine Straßen Richtung Westen ab, um über Thisbi und Agia Triada den extrem kurvigen Anstieg nach Livadia zu genießen. Von dort fuhr eine breite Passstraße bis Delphi.

Delphi wurde von den antiken Griechen als das Zentrum der Welt angesehen. Der Ort war schon länger ein sakraler Platz gewesen, wurde aber ab dem 7. Jahrhundert v. Chr. ein panhellenisches Heiligtum insbesondere zur Verehrung für Apollo. Das Orakel hatte mit seinen Weissagungen einen bedeutenden politischen Einfluss in der hellenistischen Welt, woraus der Reichtum der Tempel finanziert werden konnte.

Mit dem Beginn der römischen Herrschaft in Griechenland ab 146 v. Chr. schwand diese Macht. Die Römer verließen sich mehr auf die Lesung aus Organen von frisch geschlachteten Tieren. Die Tempel wurden jedoch auch unter römischer Herrschaft mehrmals restauriert, insbesondere unter Domitian und Trajan im 1. und frühen 2. Jhdt n. Chr . Auch Nero war zu Besuch hier. Erst unter Kaiser Theodosius 381 n. Chr. wurden die Tempel geschlossen, weil ab dann im römischen Reich nur mehr die christliche Religion erlaubt gewesen war.

Am Abend hatten wir im 600m hoch gelegenen Delphi das sehr authentische und außergewöhnlich gute Restaurant Vakhos gefunden, und haben das Abendessen mit herrlichem Ausblick zum 8 km entfernten Itea und dem korinthischen Golf sehr genossen.
10. Tag, Freitag 26.4.2024
241km, von Delphi nach Kalambaka (Kastraki)
12-23 °C, Sonnenschein bei manchmal leichter Bewölkung
Der Morgen beginnt zu Christine’s Geburtstag mit einem netten Frühstück in unserem Hotel Fedriades. Nach dem Serpentinenabstieg von Delphi hinunter auf die Ebene vor Itea ging es über die herrliche Bergstraße westlich des Parnassos Gebirges Richtung Norden nach Lamia.

Hier ging es etwa 10 km auf der Autobahn über die Ebene vor dem malinischen Golf, der von Euböa bis hierher reicht. Nicht weit von hier befand sich der von den Perserkriegen im 5. Jahrhundert v. Chr. historisch sehr bekannte Thermopylenpass. Von dort lenkten wir wieder in weiten Kurven hinauf zum Stena Fourkas Pass (E65) bis auf knapp 800m Seehöhe.
Ab Nova Monastir ging es nur mehr auf geraden Straßen bis Kalambaka. Unser Hotel Kastraki im gleichnamigen Ortsteil befand sich direkt unter den senkrechten Felswänden der Meteora Klöster. Im gleichen Hotel waren neben uns auch mehrere Italiener mit ihren wuchtigen Motorrädern abgestiegen, lauter stilisierte Honda Gold Wings.
Wir besuchten das Kloster Agia Stefano, das einzige das am Nachmittag noch geöffnet war. Auf der kurvigen Straße dorthin hielten wir aber auch bei vielen Aussichtspunkten an, um die gewaltige Landschaft und die waghalsig in die Felsen gebauten Klosteranlagen zu bestaunen.

Die gesamte Meteora Klosteranlage bestand aus 24 einzelnen Klöstern und Eremitagen, wovon nur mehr 6 bewohnt waren. Die ersten wurden im 11. Jhdt gebaut und besiedelt. Ein um 1334 aus dem Kloster Athos geflohener Mönch gründete 1344 das Kloster Megalo Meteoro. Er definierte gültigen Regeln für das weitere Bestehen, und bekam von einem regionalen Herrscher besondere Privilegien zugesprochen. Die Klosteranlagen sind hoch auf die Felsen gebaut worden, und präsentieren sich sehr beeindruckend in der Landschaft.

Das Abendessen in einem Lokal direkt unter dem Hotel war eher einfach zubereitet, hat aber mit sehr guten Zutaten gut geschmeckt.
11. Tag, Samstag 27.4.2024
202 km, von Kalambaka/Griechenland nach Permet/Albanien
7-23 °C (7 auf dem 1700m hohen Pass vor Metsovo), schönes Wetter
Von Kastraki fuhren wir über die Passstraße nach Metsovo, von da weiter nach Ioannina. Die Passstraße war offensichtlich gesperrt, wie wir später erkannten. Da lagen viele Felsabbrüche und Baumäste auf der Straße, aber wir sind entsprechend vorsichtig gefahren. Erstaunlicherweise gab es ab etwa 1400m Seehöhe einen dichten Zirbenwald.

Der Abstieg von der Passhöhe hinunter zum etwa 500m hoch gelegenen Ioannina führte auf wunderschöner Straße nördlich des großen Sees vorbei, zu dem man herrliche Aussicht hatte.

Nach Ioannina ging’s auf leicht und schwungvoll zu fahrender Straße nach Konitsa, und von dort über die Grenze zu Albanien Richtung Permet.
Allerdings gab es an der Grenze einen längeren Aufenthalt, weil ich nur eine abgelaufene internationale Versicherungskarte dabei hatte, und die Einreise nach Albanien daher von der Grenzpolizei verweigert wurde. So fuhren wir zu den griechischen Grenzern zurück, wo ich dann meinen Versicherungsagenten Guiseppe trotz Wochenende erreichen konnte. Er hatte sich gleich zu seinem Notebook gesetzt, hatte die Versicherungskarte generiert und mir gemailt. Die griechische Grenzpolizei hat mir das freundlicherweise ausgedruckt, und damit konnten wir in Albanien einreisen. Mein Daten Roamingpaket für das Monat war ausgerechnet an diesem Tag ausgeschöpft gewesen, was die Verbindung erschwerte. Ein Pech addierte sich zum nächsten. Die griechische Polizistin hatte jedoch mein Handy im dienstlichen WiFi eingeloggt, und so konnte ich das Dokument empfangen und für den Druck an sie weiterleiten. Mit der neuen Versicherungskarte konnten wir nun in Albanien einreisen.
Nach der Grenze führte die Straße entlang des Vjosa Flusses über sehr enge Kurven und noch engere ungesicherte Brücken nach Permet. Das White Villa Hotel dort ist ganz neu, und wir wurden sehr freundlich empfangen. Der sehr junge Eigentümer führte im Erdgeschoss zusammen mit seinen Eltern einen Supermarkt.

In der Kleinstadt sah man ungewöhnlich viele sehr alte Mercedes Autos. Den sozialen Aufstieg der Leute aus der früheren Armut kann man überall erahnen. Neugebautes mit hohem Standard liegt oft neben desolaten Gebäuden aus der kommunistischen Enver Hodscha Zeit. Das Land scheint in einer Aufbruchsstimmung zu sein, wenn auch noch immer von einem niedrigen Niveau aus. Aber der Mensch findet Glück ja in der Hoffnung auf die Zukunft und nicht aus dem Status Quo.
12. Tag, Sonntag 28.4.2024
142 km, von Permet nach Dürres
16-27 °C, schönes Wetter, nur leicht bewölkt
Die Fahrt ab Permet entlang des Flusses Vjosa war wunderschön. Der Fluss ist absolut naturbelassen und bot sich für Rafting an, wofür es auch mehrere Anbieter gab. Ähnlich wie der Tagliamento teilte er sich immer wieder auf mehrere Arme zwischen Schotterbänken auf.

Kurz nach dem Vjosa Delta fuhren wir in der Ebene auf die Autobahn, sodass wir Apollonia rasch erreichten. Bei meinem ersten Besuch vor 7 Jahren war die Anfahrt sehr schwierig, aber jetzt führt eine Autobahnabfahrt direkt dorthin.
Der Ausgrabungspark Apollonia war schon in der hellenistischen Zeit ein bedeutender Ort gewesen. Über Jahrhunderte war die griechische Schule hier in der Antike für den Nachwuchs der römischen Eliten ein beliebter Ort zum Studium. Der Ort war doch Rom weitaus näher als die Schulen in Athen oder Alexandria.

Von Apollonia fuhren wir auf der Autobahn nach Dürres, weil es in dieser Ebene keine schönen Motorradstrecken gab, und die Bundesstraßen durch viele kleine Orte mit viel Verkehr führte.
In Dürres hatten wir das nette Hotel Kroenes direkt am alten Hafen gebucht. Im dortigen schön gestalteten Park waren an diesem Sonntag sehr viele Familien unterwegs.

Dürres wurde als wichtige Hafenstadt in der Römerzeit Dyrrhachium genannt. Die übliche Route von Rom in das oströmische Reich ging von Brindisi mit dem Schiff nach Dyrrhachium und auf der Via Egnatia weiter nach Saloniki und Byzantion, das heutige Istanbul. Die Relikte des römischen Forums können auch heute noch besichtigt werden. Cicero befand sich ab 58 v. Chr. hier im Exil wegen der politischen Situation in Rom.
Octavian kehrte mit seinem Studienkollegen Marcus Agrippa von Apollonia eilends über Dürres nach Rom zurück, nach dem sein Ziehvater Cäsar 44 n. Chr. in Rom ermordet worden war. Damit begann der 12- jährige Bürgerkrieg, währenddessen er seine Macht als späterer Augustus durchgesetzt hatte. Nach der Schlacht bei Actium 32 v. Chr. weiter südlich, bei der er zusammen mit Marcus Agrippa seinen letzten Widersacher Marcus Antonius mit Kleopatra besiegt hatte, beschenkte er seine Veteranen aus dem Bürgerkrieg mit Besitzungen in Dyrrhachium, die ab dann der Stadt den römischen Charakter verliehen.
Der Platz vor dem Amphitheater zum Meer hin war neugestaltet, mit einigen bemerkenswerten Kunstwerken und schönen Anlagen. Viele Familien verbrachten den Sonntag hier.
Am Abend gönnten wir uns das direkt hinter dem Platz befindliche Restaurant Pastarelle im 4. Stock und schöner Aussicht auf das Meer mit einem mehrgängigen Fisch und Meeresfrüchte Menu.

13. Tag, Montag 29.4.2024
209km, von Dürres nach Kotor
19-27 Grad, wolkenlos
Die Fahrt bis zur Grenze nach Montenegro war nicht so interessant, teilweise wegen der Staus eher mühsam. Der Grenzübergang war problemlos, keiner wollte die 2 Tage vorher mühsam erworbene grüne Versicherungskarte sehen.
Die ersten 20 km in Montenegro verliefen auf sehr enger Straße. Danach auf wunderschöner Küstenstraße bis vor Budvar.

Nach der Überquerung des Passes in die Bucht von Kotor mussten wir noch einen Stau vor einer Kreuzung überspringen, und konnten dann ein paar km zu unserem Hotel Bokeljski Dvori in der Bucht fahren.

Der Hotelbesitzer war ein begeisterter Motorradfahrer, er besaß eine KTM Adventure und fuhr damit oft nach Österreich wo er wohl auch in Kärnten ein paar Freunde hatte.
Am Abend speisten wir im Hotel zusammen mit einer 4er-Motorrad Runde aus Linz und Graz, und hatten uns zusammen viele Geschichten zu erzählen.
14. Tag, Dienstag 30.4.2024
227 km, von Kotor nach Makarska
21-27Grad, wolkenlos
In der Bucht waren in der Nacht 3 andere Kreuzfahrtschiffe eingefahren, während die 2 von gestern weg waren. Der Massenansturm in der Bucht auch mit Bussen, Autos, Motorräder und auch Fahrrädern brachte hier zwar Wohlstand, machte aber einen Besuch im Ort Kotor eher zu einem Unding. Schmale Gassen zwischen alten aus Stein gemauerten Gassen waren zwar schön, da sich hier aber nur mehr Souvenirläden mit Gaststätten und Touristeneinrichtungen abwechselten, mutete die Altstadt wie ein Museum an, nicht wie eine Stadt mit eigenem Leben.
Die Straße zur Fähre war sehr eng, 2 Autos kamen an manchen Stellen nicht aneinander vorbei. Wenn sich dann von beiden Seiten Kolonnen gebildet hatten, wurde das Passieren sogar mit dem einspurigen Motorrad zu einem schwierigen Unterfangen.
Die Fähre war eine Abkürzung, um diesem überfüllten Verkehr möglichst bald zu entgehen.
Der nachfolgende Grenzübertritt nach Kroatien war mit dem Motorrad mühsam geworden, da dies nun eine Schengen Außengrenze mit genauer Einreisekontrolle geworden war. Die Straße vor der Grenze ist leicht ansteigend, sodass man bei jedem Nachrücken um ein paar Meter den Motor neu starten muss. Wir hatten das vermieden, denn wir überholten die Kolonne und hatten dann direkt vor dem Grenzübergang etwa 40 Minuten lang eine Pause eingelegt, um der Fairness Genüge zu tun.
Nach der Grenze begann aber eine wunderbare Fahrt auf der kroatischen Küstenstraße mit herrlichen Aussichten auf die Küste und die vorgelagerte Inselwelt.
In Ston auf der Halbinsel Peljesac machten wir einen Halt, weil der Ort sehr schön aber auch bekannt für die Muschelzucht und Salinen ist. Ein Dutzend Austern für uns beide waren ein Genuss.

Danach ging es über die neue und beeindruckende Brücke von Peljesac zur dalmatinischen Küste, um den bosnischen Korridor zum Meer zu überspringen.
Bald kamen wir zum wunderschön gelegenen Makarska, mit hohen felsigen Bergen dahinter, und dem Blick auf das Meer mit der Insel Brac davor. Die Stadt hatte bereits in der Antike existiert. Die heutige Altstadt stammte aus der osmanisch-venezianischen Geschichte. Ab 1815 nach dem Wiener Kongress war die dalmatinische Küste Teil des österreichischen Kaiserreiches, was bei einigen Amtsgebäuden auch Spuren hinterlassen hat.

Unser Hotel Osejava lag direkt an der Marina und einem Strand, und war perfekt ausgestattet. Wir konnten sogar das Motorrad in eine Garage stellen.
Im Restaurant Riva bekamen wir ein außergewöhnlich gutes Essen, die Bedienung hat viel mit uns über die Zubereitung aber auch über den Ort gesprochen.
Am Nachhauseweg zum Hotel kamen wir an 2 Live-Rockbands vorbei, die auf offener Bühne aufgetreten waren.
Alles in allem ein gelungener Geburtstagsabend!
15. Tag, Mittwoch 1.5.2024
270 km, von Makarska über Knin nach Zadar
19-23 Grad, bewölkt, am Abend kurz vor Ankunft ein Schauer, starker Wind am Velebit
Die Küstenstraße ging’s weiter bis kurz vor Split, wo wir auf den Autobahnzubringer zur Straße nach Knin fuhren. Die Straße hiess nach wie vor die Nr. 1 im kroatischen Straßennetz, weil sie früher die Verbindung von Split nach Zagreb darstellte, bevor die Autobahn vor etwa 15 Jahren fertig gestellt worden war.
Wir stoppten am Peručko Stausee und lernten dort eine schreckliche Geschichte mit zuletzt glücklichem Verlauf aus dem Jugoslawien Krieg von einer Schautafel.

Die Staumauer wurde Ende der 50er Jahre am Fluß Cetina fertiggestellt, hat unterhalb der Staumauer ein Kraftwerk, der See diente aber auch als Wasserreserve für Dürrezeiten.
Am 28.1. 1993 wurden an der Staumauer von den serbischen Truppen 30t Sprengstoff angebracht und gezündet. Die Staumauer hielt jedoch stand, wohl weil der Sprengstoff falsch angebracht worden war, aber auch weil ein UNPROFOR Offizier die Schleusen für den kontrollierten Wasserablauf geöffnet hatte. Wäre die Zerstörung gelungen, hätten sich beinahe 600 Mio. m3 Wasser in das Cetina Tal bis zur Mündung in Omis ergossen und 10 Tausende Menschen das Leben gekostet.
In Knin machten wir auch Halt. Die 10 Tsd. Einwohner Stadt war während des Jugoslawien Krieges stark umkämpft gewesen, und die Bewohner hatten ein grausames Schicksal durchlebt. Die Stadt war bis 1991 vorwiegend von Serben bewohnt gewesen und geriet im Krieg unter serbische Kontrolle. Die Kroaten wurden fast vollständig aus der Stadt vertrieben. 1995 wurde die Stadt wieder von den Kroaten erobert. Es kam laut Internationalem Gerichtshof wieder zu schweren Verbrechen an der Zivilbevölkerung, nachdem der größte Teil der serbischen Bevölkerung zuvor geflohen war. Laut Volkszählung 2011 leben nun 75% Kroaten und 23% Serben wieder friedlich zusammen in der Stadt.

Nach einem Kurzaufenthalt in Knin fuhren wir weiter auf der #1 bei wunderschöner Landschaft und bester Straße für Motorräder bis auf den Velebit, wo wir bei Gracac nach Zadar abgebogen sind. Kurz vor Ankunft im Hotel Sky in Zadar hatten wir den ersten Regen während dieser Reise.
Einen abendlichen Rundgang durch die sensationell schöne Altstadt von Zadar mussten wir wegen des Regens auslassen, aber wir kannten ja die Stadt von früheren Aufenthalten.
Im nahe gelegenen Restaurant Riva an der Jadranska Magistrala drehte sich ein ganzes Schaf am Grillspiess, wir hatten das beim Abendessen bei tschechischem Bier genossen.
16. Tag, Donnerstag 2.5.2024
194 km, von Zadar nach Crikvenica
16 – 26 Grad, schönes Wetter, abends kurzer Schauer
Von Zadar war man sehr schnell auf der Küstenstrasse Richtung Rijeka, die bei wunderschönem Wetter wohl eine der schönsten Strassen der Welt darstellte. Es gab einen herrlichen Ausblick auf die kroatischen Inseln, zuerst die Halbinsel Pag und dann Rab und Krk, und natürlich die vielen kleinen Inseln die dazwischen lagen.

Bei mehreren Aussichtspausen hatten wir ein nettes slowenisches Paar aus Mezica kennengelernt, und uns dann auch in einer anscheinend berühmten Konditorei in Karlobag wieder zu einer Cremeschnitte getroffen.
Das Hotel Crikvenica im gleichnamigen Ort gegenüber von Krk war sehr nett und lag direkt am Kiesstrand, wo wir bei etwa 17°C Wassertemperatur das erste Mal baden waren.
Am späten Nachmittag war ein Gewitter mit beeindruckenden und bedrohlichen Wolkenformationen aus dem Westen kommend über den Ort gezogen.

Um die Ecke fanden wir die Gostiona Zrinski mit ausgezeichneter und bodenständiger Küche. Der Wirt hat sich sehr bemüht, und der Seniorchef hat alles von seinem Tisch aus mit Wohlgefallen beobachtet.
17. Tag, Freitag 3.5.2024
255 km, von Crkvenica nach Hause
17-21 Grad, bedeckt, am Nachmittag Nieselregen
Für unseren letzten Reisetag war Regen vorausgesagt worden, deshalb hatten wir die Route ab Postojna auf die Autobahn verlegt, obwohl eine Fahrt durch das Soca Tal und über den Predilpass sehr verlockend gewesen wäre.
Auf der Umfahrung von Rijeka gab es wegen einer Baustelle einen unangenehm langen Stau, obwohl wir mit dem Motorrad zwischen den Spuren an den Autos langsam vorbeifahren konnten.
Es hatte dann auch wirklich ab Postojna bis zum Loiblpass geregnet. Wieder zu Hause hatten wir uns sehr über die schöne und unfallfreie Reise gefreut.
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