Nachdem wir 2021 von der Donauquelle entlang des Flusses nach Wien gefahren waren, wollten wir im Jahr darauf einen weiteren Abschnitt von Wien über Budapest bis Novi Sad in Serbien bewältigen, und von dort zurück der Drau entlang bis Kärnten fahren.
Die Übernachtungshotels hatte ich schon vorher stornierbar reserviert, wodurch die angestrebten Tagesrouten schon vorgegeben waren.
Die Routen hatten wir aus den Bikeline Heften Donau-Radweg 3 und 4, in denen man auch den Zugriff auf die GPS Tracks für das Navigationsgerät finden konnte. Das war sehr vorteilhaft, weil es unterwegs sehr viele Abzweigmöglichkeiten gab, und man nicht bei jedem Zweifel die Karte studieren musste.
1. Tag, Montag, 27.6. 2022
320 km, mit dem zug von Pörtschach nach Wien
Schönes Wetter
Mit dem Fahrrad fuhren wir die 2 km zum Bahnhof in Pörtschach und hatten eine sehr angenehme Fahrt bis Wien im Railjet mit reservierten Plätzen für die Fahrräder. Nach 4:05 Stunden Fahrzeit kamen wir um 17.40 in Wien Hauptbahnhof an, und sind von dort zu unseren Gastgebern Hansi und Martha im 3. Bezirk gefahren.
Nach einem erfrischenden Begrüßungstrunk hatten wir im sehr authentischen Wirtshaus Schrammel in der Göllnergasse noch einmal richtig österreichisch gegessen.

2. Tag, Dienstag, 28.6. 2022
72 km, von Wien bis Bratislava
Wolkenlos, bis 34 °C
Die unkomplizierte Fahrt aus Wien heraus über die Prater Hauptallee ging sehr bald in die Lobau über. Und danach fuhren wir durch wunderschöne Auwälder mit uralten Pappeln bis Hainburg. Unterbrochen wurde es durch die riesigen Erdgasspeicher und ein paar Dörfer.
Besonders interessant waren die Schlösser Orth und Eckartsau. Im ersten befand sich ein interessantes Nationalparkzentrum. Schloss Eckartsau ging im 18. Jahrhundert nach einer langen Geschichte seit dem 12. Jahrhundert in die Habsburger Familienstiftung über. Es war die letzte Residenz des letzten österreichischen Kaisers Karl I. gewesen, bevor er sich 1919 in das Exil zu begeben hatte. Das Schloss befand sich seitdem im Staatsbesitz, und ist heute ein Museum und Veranstaltungszentrum, vor allem für Hochzeiten.

Vor Hainburg trafen wir auf ein älteres französisches Geschwisterpaar, das von Saint-Malo in Frankreich zu Fuß nach Jerusalem unterwegs war. Der Bruder hatte mit Brustgeschirr eine Rikscha mit all dem Gepäck gezogen, und sie wanderte zu Fuß daneben. Zu Weihnachten wollten sie ankommen.

Hainburg hat noch die alten Stadttore und ist in das Gelände mit den der Donau beidseitig steil ansteigenden Bergwände eingebettet. Gleich danach erreichte man bald die slowakische Grenze und das Stadtgebiet von Bratislava. Schon bei der Einfahrt fielen zwei außergewöhnliche Gebäude auf, die weiße Burg und der außergewöhnlich schöne Martinsdom, der über Jahrhunderte die Krönungskirche der Ungarn gewesen war.

Die Innenstadt von Bratislava war sehr lebhaft und international, es gab unzählige Lokale aller Art, Galerien und kleine Geschäftslokale. Die Übernachtung im Arcadia Boutique Hotel war angenehm. Die Fahrräder durften wir im opulenten Festsaal abstellen und aufladen.

3. Tag, Mittwoch 29.6. 2022
81 km, 153 km seit Wien, von Bratislava nach Györ in Ungarn
Schönes Wetter, bis 35 °C
Von Bratislava ging’s gleich wieder auf die rechte Flussseite auf einen schönen Radweg, vorbei an Freizeitanlagen und Parks.

Am Rusovce See konnten wir ein erfrischendes Bad nehmen. Bis Halaszi fuhren wir abseits der offiziellen Donau-Radweg Route, durch Wiesen und Wälder mit teilweise schwierigen Schotterstraßen, weil der offizielle Weg entlang der Autostraße verlief und wir es etwas ruhiger haben wollten. Der restliche Weg ging durch viele Ortschaften, meist auf Radwegen neben den Autostraßen. Die Einfahrt nach Györ kündigt sich schon lange durch Vororte an.
Györ hat auch eine sehr nette und belebte Innenstadt. Im Restaurant Szegedi Halaszcsarda konnten wir herrliche Ungarische Spezialitäten genießen. Die Preise waren ungewöhnlich niedrig, wie wir auch später in Ungarn immer wieder feststellen konnten. Auch das Hotel Capitulum war sehr preiswert, und trotzdem von hoher Qualität.
4. Tag, Donnerstag 30.6. 2022
113 km, 266 km seit Wien, von Györ nach Esztergom (Gran)
Heisses Wetter, bis 37 °C
Nach den Vororten von Györ ging es über Felder und einige Orte nach Nagyszentjanos, von dort auf einem sehr staubigen und schattenlosen Feldweg neben der Bahn nach Acs, das war bei 37C einigermaßen belastend gewesen.
In Komarom machten wir Mittagspause, allerdings fanden wir kein angenehmes Lokal. Viele waren geschlossen, wohl als Nachwirkung zur Pandemie. In einer kleinen Tagesbar konnten wir dann etwas kühlendes bekommen.
Von Komarom wechselten wir auf die linke slowakische Flusseite, die Grenze verlief hier bis nach Esztergom in der Flussmitte. Der gleiche Ort auf der slowakischen Seite hieß Komarno.
Von dort fuhren wir endlos auf dem Hochwasserdamm ohne Schatten. Der Fahrweg bestand teilweise aus weichem Schotter, bei der Hitze sehr anstrengend. Jeder von uns hatte mehr als 3 l isotonisches getrunken, und das ausschließlich durch Schwitzen verloren. Auf jeden Fall war dies der anstrengendste Tag gewesen. Kurz vor Esztergom wechselten wir wieder auf das rechte Flussufer, wo sich auch die Stadt befand.
Esztergom war schon eine römische Siedlung und bis ins 13. Jahrhundert die Hauptstadt Ungarns. Nach einem Mongolenüberfall 1241 wurde die Hauptstadt nach Buda verlegt. Kaiser Otto III hatte die Stadt 983 zum Sitz eines Erzbischofs erhoben, um die Christianisierung im Land voranzutreiben. Von 1543 bis 1689 war die Stadt osmanisch, und der Erzbischof residierte in dieser Zeit in Bratislava. Nach der Befreiung musste die Stadt neu aufgebaut werden, und wurde 1708 zur Freistadt erklärt.

In Esztergom waren wir von den Anstrengungen des Tages zu müde für ein normales Essen, und hatten zusammen nur eine Vorspeise konsumiert, dafür aber viel Bier. Wir waren leider auch zu müde für den Besuch des Außergewöhnlichen Doms. Das Room42 Boutique Hotel war schwierig zu finden, war jedoch sehr angenehm. Das angeschlossene Restaurant bietet außergewöhnliche Speisen an was wir aber erst zum ausgezeichneten Frühstück gesehen hatten.
5. Tag, Freitag 1.7. 2022
82 km, 348 km seit Wien, von Esztergom nach Budapest
Heisses Wetter, wieder bis 37 °C
Beim Frühstück sprachen wir mit einem amerikanischen Paar aus Wisconsin, die schon an der Atlantikküste mit einfachen aber robusten Rädern gestartet waren, mit dem Ziel Budapest. Ab da wollten Sie mit dem Schiff bis zur Mündung fahren, und von Bukarest nach Hause fliegen.
Nach der Abfahrt ging es zuerst über schöne Radwege durch Auwälder, bald aber auf die Bundesstraße 11. Dann setzten wir mit der Fähre nach Szob auf die linke Seite über.

Dort ging es über Fahrradwege um das landschaftlich schöne Donauknie nach Vac, von wo die Donau nach einer S-Kurve Richtung Süden floss. Gegenüber sah man die berühmte Burg und Stadt Visegrad. Gleich nach Visegrad teilte sich der Fluss in zwei Arme auf. Die dadurch entstehende Insel zog sich bis kurz vor Budapest. Ab Vac war das linke Donauufer bis weit nach Budapest dicht besiedelt. Wir sahen viele Freizeitparks, Wochenendhäuser und kleine Orte und mit netten Villen.

Die Einfahrt nach Budapest am Donauradweg zog sich lange auf Fahrradwegen entlang verkehrsreicher Straßen hin. Daher wechselten wir auf die individuelle Navigation des Nyon Gerätes, das uns über ruhige Straßen zum Hotel Ambra in der Innenstadt führte.
Ganz in der Nähe des Hotels fanden wir das ausgezeichnete Restaurant Getto Gulyas im jüdischen Viertel mit besten traditionellen ungarischen Speisen.
6. Tag, Samstag 2.7. 2022
77 km, 425 km seit Wien, von Budapest nach Tass
Heisses Wetter, bis 35 °C
Die Ausfahrt aus der Innenstadt war wegen einiger Baustellen ein bisschen umständlich. Beim Übergang auf die rechte Seite der Donau machten wir auf der Szechenyi Brücke mit Blick auf das Budapester Parlament beim westlichen gemauerten Turm der Hängebrückenkonstruktion eine kurze Rast. Ein Windstoß hatte Christines Fahrrad mit dem ganzen Gepäck umgeworfen, und wir mussten den vorderen Kotflügel neu justieren.
Gleich nach Budapest teilte sich die Donau wieder in 2 Arme auf, mit einer etwa 3 km breiten und 40 km langen Insel in der Mitte.
Auch nach Budapest war das linke Donauufer ein begehrtes Wohngebiet. Die kleine Straße trennte die Häuser vom Ufer, an dem viele Badestege zwischen die Schilfgürtel gebaut waren. Das Wasser war jedoch wegen der Verschmutzung nicht einladend.

In Rackeve auf der Flussinsel trafen wir vor einem Supermarkt ein junges Paar aus Berlin, das mit einfachem Fahrrad nach Istanbul unterwegs gewesen war. Sie hatten die Reise in Linz gestartet, weil sie ursprünglich von dort stammte. Die Unterkunft buchten sie immer spontan, und für den Fall dass sie nichts fänden, hatten sie auch ein Zelt dabei gehabt.
Von dort hatten wir für den Tag wieder endgültig zum linken Ufer des linken Donauarmes gewechselt.
Übernachtet hatten wir in dem kleinen Ort Tass, in einem zum Apartment ausgebauten Flachgebäude in einem Gehöft. Das Ziegengehege befand sich direkt vor unseren Fenstern, und der Hahn war frühmorgens keineswegs müde.
Da sich in diesem Ort kein Restaurant fand und überhaupt fast niemand zu sehen war, mussten wir die 5 km zur Donau zurückradeln, um dort zu speisen. Es gab überraschend gutes Essen, mit Zwetschgenmus gefüllte Koteletts mit Gänseleberauflage. Vor der Musikband sind wir zu einem Tisch um die Ecke geflüchtet, weil sie die Begeisterung über ihre Musik durch hohe Lautstärke vermittelten.
7. Tag, Sonntag 3.7. 2022
73 km, 498 km seit Wien, von Tass nach Kalocsa (Kollotschau)
Der heisseste Tag der Reise, bis 38 °C
In Tass war kein Frühstück zu bekommen, so radelten wir voller Hoffnung auf der Bundesstraße 51 die 7km nach Dunavesce. Trotz Sonntag war aber schon früh mehr Verkehr als erwartet unterwegs gewesen.
In Dunavesce hatten wir kein Lokal für einen Kaffee gefunden, vor einem Supermarkt hatten wir eine etwa 60-jährige Frau um Auskunft gefragt, sie wusste kein Lokal, und hat uns zu einem Kaffee zu sich nach Hause eingeladen. Das hatten wir gerne angenommen, weil Christine ohne Kaffee am Morgen nicht auf Touren kommt. Die Dame mit Vornamen Eva war wirklich herzlich, und wie es so ist, wussten wir nach einer halben Stunde ihre Lebensgeschichte.


Sie gab uns auch einen Tipp für einen Badesee in der Nähe von Dunapataj, das wir nach etwa 30km hauptsächlich entlang des Donaudammes erreicht hatten. Zum Badesee Szeldito waren es dann 5km Umweg nach Osten. Dort war ein regelrechtes Urlaubstreiben im Gange, wir waren wegen der Hitze zwar schwimmen, aber über das Wasser war nur bedingt einladend.

Danach wollten wir nicht den Umweg zurück nach Dunapataj fahren, sondern eine Abkürzung laut Empfehlung meines Navigationsgerätes. Der Weg führte dann aber über die Staubstraßen durch die hier riesigen Äcker, mit riesig meine ich so 50-100 ha pro Acker. Die Fernlaster fuhren direkt zum Ernteplatz am Acker, und wenn man dann einem solchen begegnete, sollte man sich tunlichst in Luv in Deckung bringen, weil die aufgewirbelte Staubwolke sehr unangenehm war.
Möglichst schnell fuhren wir wieder zur Bundesstraße zurück, um dem Staub bei 38C zu entgehen.
Schließlich landeten wir in Kalocsa im Hotel Clubhaus 502, mit dem Besitzer Andrâs Spiegl, ein sehr hagerer alter Mann, der wegen seiner Vorfahren gut Deutsch sprechen konnte.
Viele Lokale waren wegen des Sonntags geschlossen, dann fanden wir aber doch noch etwas ansprechendes.
8. Tag, Montag 4.7. 2022
97 km, 595 km seit Wien, von Kalocsa nach Mohacs
Schönes Wetter, bis 34 °C
Entlang einer langen Allee fuhren wir 6 km bis zum Donauradweg am Damm. Dabei trafen wir mehrere Schulklassen die einen Fahrradausflug zum Donaustrand machten. Daneben sah man wie so oft die strahlend gelben Sonnenblumenfelder.

Der Damm war hier abwechselnd mit Schotterweg oder asphaltiert leicht zu befahren. Der einsetzende NW Wind war sehr hilfreich. Das ging so bis zur Autobahnbrücke der M9, wo wir auf die rechte Donauseite übersetzten, um dann etwa 30km durch den Nationalpark radelten. Der Weg war auf dem Damm durchgehend asphaltiert. Ein auf der Karte angekündigtes Museum „Das Leben im Flussgebiet“ stellte sich als verlassener Stadel heraus, mit keinem Hinweis über die Situation.


Wie überall ist der Damm Richtung Fluss steil abfallend, und flach Richtung Land. Beide Seiten werden regelmäßig gemäht und baumfrei gehalten, daher ist nur selten Schatten zu genießen.
Am Ende sind wir 8 km auf einem sehr schwierig zu fahrenden (Trocken)-Schlammweg durch regelrechte Urwälder mit vielen Seitenarmen der Donau gefahren, um Richtung Baja wieder über die Donau auf die linke Seite zu fahren.

Da ging es zuerst an Stadtstränden und Marinas vorbei wieder auf den Damm bis nach Mohacs, wo wir mit der Fähre zur Stadt auf dem rechten Donauufer übersetzten.
Die Pension und Bar „Centrum Panzio“ war sehr nett in der Fußgängerzone gelegen, und hatte gutes und kühles Bier gegen unseren Durst anzubieten.
9. Tag, Dienstag 5.7. 2022
55 km, 660 km seit Wien, von Mohacs nach Sombor (Serbien)
31 °C, herannahendes Gewitter, starker NW Wind
Am Morgen zeigte das Wetterradar ein herannahendes Gewitter, wir sind aber trotzdem mit der Fähre wieder auf das linke Ufer und von dort nach Homorud gefahren. In einem Laubenlokal wollten wir das Gewitter vorüberziehen lassen. Es waren nur 2 ältere Männer im Sitzgarten, die schon am Vormittag offensichtlich schon mehrere Biere genossen hatten.
Die neue Vorhersage erlaubte uns die Weiterfahrt nach Hercegszanto, der letzte Ort vor der Grenze zu Serbien. Diese Fahrt war durch starken Rückenwind sehr schnell vorangegangen.
In Hercegszanto waren wir nur mehr im Randbereich des vorbeiziehenden Gewitters, so entschlossen wir uns zur Weiterfahrt über die Grenze. Die Grenzkontrollen waren genau aber problemlos.


Waren die ungarischen Aufschriften mit langen Wörtern schon schwierig zu lesen und schon gar nicht zu merken, so kam nun in Serbien die kyrillische Schrift dazu, die nur an prominenten Stellen auch mit lateinischen Buchstaben angeführt war. Immerhin waren die Wörter vertrauter und leichter zu merken.
Wir hatten das Hotel Barcode Wellness & Spa in Sombor gebucht, das etwa 12km östlich der Donau lag. Das Hotel war neu und supermodern ausgestattet, die Hotelangestellten waren anscheinend von einer Model-Agentur vermittelt. Auch hier wie in Ungarn nach Budapest hatte sich das Preisniveau mehr als halbiert, meist für unter 50€ sogar für 4-Sterne Hotels. Auch Essen und Trinken ist hier sehr billig. In Serbien sollte man zu zweit auch von jedem Gang nur eine Portion bestellen, weil einfach zu viel serviert wurde.
Wir spazierten in die Stadtmitte und fanden dort das Grillrestaurant Etno Fijaker mit Sitzgarten wie in einem japanischen Garten. Das Essen war sehr schmackhaft, aber etwas zu große Portionen!
10. Tag, Mittwoch 6.7. 2022
103 km, 763 km seit Wien, Sombor nach Backa Palanka (Blankenburg)
Angenehmes Wetter, bis 30 °C, etwas Rückenwind
Heute wollten wir nicht mehr die Bundesstraße zurück zur Donau fahren, und hatten uns auf der großen Straßenkarte eine „abkürzende“ Route über kleine Nebenstraßen festgelegt. Die Zielpunkte dafür habe ich noch im Hotel auf das Nyon Navi übertragen. In Serbien hatte ich ja kein Daten Roaming Paket, damit war eine Navigationsanpassung unterwegs nicht möglich, was sich als sehr nachteilig erwiesen hat. Wir sind oft auf Straßen mit teilweise mit starkem Verkehr geleitet worden. Oder auch auf staubige Feldwege auf denen nur schlechtes Vorankommen möglich war. Letzten Endes hatten wir dann mit der Sucherei die gleich lange Strecke befahren, wie wenn wir gleich wieder auf den Donauradweg zurückgekehrt wären. Eine von uns auf der Straßenkarte gewählte Nebenstraße hatte gleich gar nicht existiert!

Wir befanden uns hier in der Vojvodina, der nördlich der Save und Donau gelegene Teil von Serbien, der eine Autonomie innerhalb Serbien geniest. Diese Region bekam im 18. Jahrhundert nach den Siegen von Prinz Eugen gegen die Ottomanen eine besondere Rolle. Die damals fast entvölkerte Gegend wurde von den Donauschwaben und Protestanten aus Österreich teilweise zwangsbesiedelt, und erhielt wegen der Sicherung der Militärgrenze einige Privilegien zugesprochen. In einer Volkszählung 1931 bezeichneten sich 342 Tsd. Einwohner als deutschsprachig. Als Hauptstadt wurde Neusatz gegründet, die heutige Stadt Novi Sad.
Im 2. Weltkrieg wurde das Gebiet von den Ungarn und Deutschen besetzt, und es wurden viele jüdische und andere Einwohner ermordet. Nach dem Krieg wurden die deutschsprachigen Einwohner enteignet und vertrieben.
In Backa Palanka waren wir im Grand Hotel etwas außerhalb der Stadt. Es hatte einen sehr hohen Standard mit ausgezeichnetem Restaurant, und war dennoch erstaunlich günstig.
11. Tag, Donnerstag 7.7. 2022
66 km, 829 km seit Wien, Backa Palanka nach Novi Sad
Wenig bewölkt, bis 25 °C
Durch die Innenstadt von Backa Palanka sind wir zum Grenzübergang nach Ilok in Kroatien über die Brücke auf die rechte Donauseite gefahren. Von dort fuhren wir gleich wieder über die Grenze wieder nach Serbien am rechtsseitigen Donauufer.
Von dort kamen wir in den Nationalpark Fruska Gora. Das ist eine 500m hohe Hügelkette südlich der Donau die bis nach Novi Sad geht. Wir hatten etwa 900m gesamt Anstieg zu bewältigen. Die Fahrt war wunderschön, durch die Laubwälder und einigen Ausblicken auf die flache Vojvodina im Norden und das Donautal. Auf diesen Hügeln befinden sich mehrere Klöster der serbischen Orthodoxen. Wie schon in Ungarn, waren auch hier die Informationstafeln leider nur in der Landessprache vorhanden.


Die Abfahrt zurück ins Tal war ziemlich steil. Dort war die etwa 10km lange Straße nach Novi Sad leider mit starkem Verkehr auf relativ schmaler Straße belastet. Durch den starken Gegenverkehr konnten die Autos manchmal nicht überholen, was auch zu aggressiven Äußerungen führte.
Kurz vor der Friedensbrücke konnte man jedoch auf einen Fahrradweg wechseln. Die ursprüngliche Brücke wurde ja während des Kosovo Krieges durch die NATO-Bombardierungen 1999 zerstört. Die neue ‚Freiheitsbrücke‘ war 2005 eröffnet worden.
Bei der Fahrt über die Brücke hatte man Ausblick auf die auf der Stadtseite gelegenen Strände mit Bars und heißer Musik.

Wir hatten das Parkhotel gebucht, mit sehr traditionell ausgestattetem Ambiente. Viel roter Plüsch und weiche Teppiche, und eine großzügige Lounge. Das Hotel wurde in den 60ern erbaut. Damals musste es wohl Top gewesen sein, heute mutet es etwas aus der Zeit an.
Wegen des EXIT Musik Festivals wollten wir 2 Nächte bleiben, wir hatten VIP Karten für die Konzerte auf der Festung Peterwardein schon lange vorher erstanden. Wegen des Festivals waren alle Hotels gut ausgebucht gewesen, andernfalls wären wir wohl nicht hier gelandet. Der australische Rockmusiker Nick Cave war mit Crew im selben Hotel untergebracht.
Der Concierge war etwas indigniert, weil er uns mit den Fahrrädern in die Garage leiten musste, wo normalerweise nur hochpreisige Autos standen. Auf der Terrassenbar brachte der in schwarz-weiß traditionell gekleidete Kellner nur mir zusätzlich einen doppelten Slivowitz „aufs Haus“, obwohl Christine neben mir saß und sich eventuell über eine Gleichbehandlung gefreut hätte. Er erklärte mir mit einem Augenzwinkern, dass der Schnaps die wichtigste Maßnahme gegen den Coronavirus sei.

Bei einem Bummel durch die Innenstadt konnten wir die lockere Atmosphäre und Straßenkünstler bewundern, in der Fußgängerzone herrschte reger Betrieb mit vielen Bars und Sitzgärten.

12. Tag, Freitag 8.7. 2022
0 km, Novi Sad, Besuch des EXIT Rock Musik Festivals
Heiter bis wolkig, bis 25 °C
Da das Musik Festival erst nach 20 Uhr begann, und bis in die Morgenstunden andauern würde, nutzten wir den Tag für eine ausgedehnte Stadtwanderung, inklusive der Festungsburg Peterwardein, oder Petrowaradin auf Serbisch.
Die Stadt ist mit etwa 240 Tsd. Einwohnern etwa so groß wie Graz. Der Ort bestand bereits im Mittelalter, war aber während der Osmanischen Besetzung 1526 nahezu entvölkert. Nach der Rückeroberung 1697 wurde vom Kaiserreich eine Neubesiedlung-Kampagne begonnen.
Um 1748 wurde die Stadt unter Maria Theresia zur Freistadt, und wurde im Dokument Ney Satz genannt, später dann Neusatz.
Die riesige Festungsburg Peterwardein am Südufer bestand bereits während des byzantinischen Reiches. Die Festung wurde von 1699 bis 1780 stark erweitert, und war mit 112 ha dann die größte Festung in Europa. Die Anlagen beinhalteten 12.000 Schießscharten und 400 befestigte Plätze für Kanonen.

In heutiger Zeit findet das EXIT-Musikfestival jährlich in der Festung statt, für das wir uns in Novi Sad aufhielten.
Am Abend waren zig-Tausende Besucher über die Brücke zum Festival gekommen. Einige serbische Bands mit Balkan Jazz spielten auf dem Weg. In der Festung waren 7 Bühnen aufgebaut gewesen. Auf einer der Bühnen ist Nick Cave aufgetreten. Das Programm setzte sich bis 5 Uhr früh fort, wir sind aber schon um Mitternacht zurück zum Hotel gewandert. Auf dem Weg hatten wir uns verirrt und ich hatte für Serbien kein Roaming Paket zur Orientierung erworben. Letzten Endes sind wir mit dem Taxi zurückgefahren.

13. Tag, Samstag 9.7. 2022
81 km, 910 km seit Wien, von Novi Sad nach Vukovar
Heiter, bis 27 °C
Ab diesem Tag fuhren wir wieder Richtung Heimat. Der Radweg ging auf einem Damm am linken Ufer der Donau flussaufwärts entlang, und dann durch kleine Orte bis Backa Palanka, wo wieder auf das rechte Ufer und nach Kroatien wechselten.
Dort ging es durch kleine Orte und gering befahrener Straße nach Norden. In Mohovo stand als Attraktion ein Mammut Modell in Lebensgröße und einem überdimensionalen Osterei neben der Straße, deren Bedeutung sich mir nicht erschlossen hatte.
In Vukovar kamen wir in einer netten Frühstückspension an. Bei der Einfahrt in die Stadt sah man schon von weitem den angeschossenen Wasserturm, an sich eine wunderschöne Konstruktion, aber nun auch ein Mahnmal. Vukovar war im jugoslawischen Krieg von 1991 – 1995 wohl die am schlimmsten betroffene Stadt in Kroatien, die Kämpfe wüteten sehr lange in dieser Gegend. Einige Häuser hatten noch die Einschusslöcher nicht saniert, viele andere waren inzwischen wiederhergestellt worden oder waren neu gebaut.
Am Abend genossen wir an der Uferpromenade im Terrassenrestaurant Vrske direkt an der Donau ein nettes Abendessen mit wunderschönem Sonnenuntergang. Gegenüber sieht man zum serbischen Ufer.


Am Nachhauseweg kamen wir auf einem innerstädtischen Platz an einem Jazzkonzert vorbei, und konnten so den Abend ausklingen lassen.
14. Tag, Sonntag 10.7. 2022
48 km, 958 km seit Wien, von Vukovar nach Osijek
Heiter, bis 28 °C
Jetzt wollten wir zuerst zur Mündung der Drau in die Donau, und von dort weiter nach Osijek. Dafür mussten wir von Vukovar zuerst nach Norden, über die Ortschaft Dalj, dann auf einer kleinen Straße nach Aljmas, wo wir ein überraschend schönes Ortszentrum um eine moderne Kirche vorfanden.
Von dort ging ein über 2 km langer Schotterweg zur Mündung der Drau, ein sehr schöner Platz für eine längere Rast. Beide Flüsse waren hier natürlich schon deutlich breiter als in Österreich und flossen sehr gemächlich ineinander. Die Drau und die Donau hatten von hier weg flussaufwärts ausgedehnte Auwälder die in einem grenzübergreifenden Nationalpark mit 50.000 ha zusammengefasst waren.

Die Drau floss hier etwa 70 km innerhalb Kroatiens, und bildete dann bis zur Murmündung den kroatisch-ungarischen Grenzfluss mit weiteren 130 km Luftlinie. Der Fluss selbst war hier sicher weitaus länger, weil er im natürlichen Flussbett stark mäandert verläuft. Die Auwälder dehnen sich auf beide Seiten weit aus, daher war eine Fahrradtour direkt entlang der Drau nicht machbar, sondern immer nur in ein paar km Entfernung.
Drauaufwärts fuhren wir von der Mündung etwa 12 km durch den Auwald, um dann nach weiteren 10 km nach Osijek zu kommen, wo wir in der Innenstadt ein Hotel reserviert hatten.
Osijek war etwas größer als Villach und bildete sowohl für die Verwaltung als auch kulturell das Zentrum für Slawonien.
Osijek war schon seit Urzeiten besiedelt gewesen und hatte auch eine befestigte römische Siedlung. Nach der osmanischen Besetzung bis 1687 wurde das Gebiet ähnlich wie die Vojvodina neu besiedelt. Während des Jugoslawien Krieges war die Stadt heiß umkämpft worden, wurde jedoch von den Kroaten gehalten. In dieser Zeit waren viele Serben vertrieben worden.
Das neue Osijek zeigte sich als aufstrebende Stadt. Entlang der Donau war eine Marina gebaut worden, und am südlichen Ufer gab es viele Lokale und Restaurants. Es herrschte sicher auch wegen des Sonntags ein reger Betrieb mit Jugendlichen und vielen Familien mit ihren Kindern.


Nach den schrecklichen Berichten aus dem Krieg vor 30 Jahren, an die man sich erinnern konnte, war es nun schön zu sehen, wie hier sowie auch in Serbien der Frieden seine Wirkung zeigte und den Menschen Hoffnung gab.
15. Tag, Montag 11.7. 2022>
116 km, 1074 km seit Wien, von Osijek nach Suhopolje
Heiter, bis 29 °C
Wir radelten über viele kleine Straßen mit wenig Verkehr durch das ländliche Gebiet mit der Drau in der weiteren Umgebung Richtung Nordwesten. Hier kamen wir durch viele kleine Ortschaften und trafen einige freundliche Leute, die gerne mit uns ins Gespräch kamen, soferne das sprachlich möglich war.
Die leicht hügelige Gegend scheint für die Landwirtschaft sehr fruchtbar zu sein, wir sahen sogar etliche Tabakäcker.

Auf Friedhöfen sah man wie auch in Serbien die vielen Gräber der Gefallenen aus dem Jugoslawienkrieg. Aus der Gestaltung der Gräber konnte man den Schmerz der Angehörigen erahnen, wenn junge Söhne oder Väter von kleinen Kindern aus dem Leben gerissen worden waren.
In Suhopolje angekommen übernachteten wir im wunderschönen Hotel Dvorac Jankovic, ein komplett renoviertes Schloss aus dem 19. Jahrhundert mit hohem Standard und trotzdem nicht teuer.

16. Tag, Dienstag 12.7. 2022
92 km, 1166 km seit Wien, von Suhopolje nach Soderica/Legrad
Heiter, bis 29 °C
Von Suhopolje ging es weiter durch eine ähnliche Landschaft wie am Vortag. In Molve machten wir eine längere Pause, weil das Dorf durch eine ungewöhnlich große Kirche und manngroße bemalene Ostereier auffiel.
Unterhalb der Kirche befand sich das Cafe Tomislav mit viel Betrieb in dem wir etwas tranken. Einer der Gäste sprach uns gleich deutsch an, und erzählte uns über die Besonderheit dieses Ortes. Er lebte in Deutschland und kam jedes Jahr mit seinem neuen Mercedes zur Hauptzeit der Wallfahrt hierher in seinen Heimatort.
Er erzählte uns diese Geschichte: Während der osmanischen Besetzung 1552 wurde eine Marienstatue vergraben, damit sie nicht den Türken in die Hände fallen würde. Der Ort wurde komplett entvölkert und das Versteck geriet in Vergessenheit. Nach der Rückeroberung der Gegend im 17. Jahrhundert wurde der Ort durch Kroaten neu besiedelt. Ein in der Erde wühlender Ochse soll die Statue dann freigelegt haben. Daraus hatte sich eine Legende entwickelt und begründete damit den noch heute bestehenden Wallfahrtsort.
Anscheinend hatten sich in jüngerer Vergangenheit viele Kunstmaler im Ort angesiedelt, daher befanden sich überall im Ort diese großen bemalten Ostereier als eine der künstlerischen Attraktionen.
Für ein Picknick unterwegs hatte wir in einer Bäckerei Bureks gekauft. Dafür fanden wir in einer einsamen Gegend eine schöne Waldlichtung. Auf einer Picknickdecke hatten wir es uns zwischen Sträuchern gemütlich gemacht, als plötzlich dicht neben mir ein laut grunzendes Wildschwein die Gemütlichkeit beendete und unseren sofortigen Aufbruch provozierte.

Für die Übernachtung hatten wir das Apartment Lapud am Soderica See gebucht. Da gab es eine Siedlung mit hunderten Wochenendhäusern, jedoch weit und breit keine Gastronomie. Zudem war das Gästehaus sehr schwierig zu finden, weil die Adresszuordnung etwas chaotisch gewesen war und das Navi und auch das Mobiltelefon nicht geholfen hatte.
Wir riefen die Zimmerwirtin an, allerdings konnte sie kein Wort Englisch oder Deutsch, das hatte nicht geholfen. Die bei der Buchung angegebenen GPS-Koordinaten waren etwa in 100 m Entfernung vom Gästehaus, wie wir später herausfanden. Das war auch nicht hilfreich, weil die Ferienhäuser hier sehr dicht bebaut waren. An einem Getränkestand fanden wir einen deutsch sprechenden Verkäufer, der zumindest die Zimmervermieterin anrufen konnte, und sie dazu überredete uns abzuholen. Zum Essen gab es nichts, aber zum Glück hat uns dann eine Nachbarin der Zimmerwirtin ein Eintopfgericht serviert, das war es dann mit dem Abendessen.
17. Tag, Mittwoch 13.7. 2022
61 km, 1227 km seit Wien, von Soderica nach Varazdin
Heiter, bis 27 °C
Wir fuhren ohne Frühstück los, die Zimmerwirtin hatte uns nur einen Schnaps angeboten, was bei einer Fahrradtour wohl kein guter Start gewesen wäre. Und sonst gab es ja nichts in dieser Gegend.
Wir wollten jedoch zuerst zur Mündung der Mur in die Drau, bevor wir Richtung Varazdin radeln wollten. Dabei kamen wir nach 12 km nach Legrad zum Restoran & Pansion Fakin, wo wir ein nettes Frühstück bekamen. Die Speisekarte für den Abend sah hervorragend aus, aber das war dann nur mehr für eine zukünftige Reise interessant gewesen.
Von dort ging es etwa 3 km über einen holprigen Schotterweg zur Mur-Mündung, wo wir etwas verweilten und die Ruhe genossen.

Bei der Weiterfahrt begann das Hinterrad bei Christine’s Fahrrad leicht mit einem Achter zu schlingern, wir konnten jedoch die Fahrt fortsetzen.
Die Fahrt nach Varazdin ging entlang der Drau, die hier zweimal zu größeren Seen aufgestaut war, und dazwischen wie ein Kanal angelegt war. Da das Gelände sehr flach war, konnten die Seen nur über hohe Dämme gebildet werden. Unsere Route verlief gleich neben dem Stausee an der unteren Seite des Dammes auf der Nordseite bis Prelog. Dann durch kleine Dörfer bis kurz vor Varazdin.
Dort hatten wir aus Versehen eine Sackgasse gewählt, die durch eine Roma Siedlung führte. Dort standen viele Leute mit ihren Hunden in Gruppen zusammen. Die Blicke der Männer waren neugierig und verwundert darüber, wo wir wohl hinwollten. Nachdem wir die Sackgasse bemerkt hatten, kehrten wir um und fuhren wieder bei ihnen vorbei. Allerdings waren da die Hunde bereits aufgescheucht und begannen uns mit lautem Bellen zu verfolgen. Mit starkem Antritt und Turbo entkamen wir den ganz knapp nach uns schnappenden Hunden.
Bei der Einfahrt nach Varazdin war das Problem bei Christine’s Rad stärker geworden. Daher suchten wir gleich nach dem Einchecken in das Hotel Varazdin eine Fahrrad Werkstätte und fanden eine in der Nähe des Hotels. Das unrund laufende Rad hatte den Mechaniker nicht beeindruckt und er meinte damit kämen wir noch bis nach Hause, weil er auf Wochen ausgebucht gewesen war. Nach genauerer Prüfung fanden wir jedoch eine abgescheuerte Stelle am Reifen, bei der sich eine Ausbuchtung bildete.
Jetzt war er bereit die Reparatur zu machen, sagte jedoch dass er diese Reifendimension nicht lagern hatte. Christine hatte in weiser Voraussicht einen Ersatzreifen und 2 Ersatzschläuche dabei. Damit war er bereit, mit Überstunden die Reparatur durchzuführen.
18. Tag, Donnerstag 14.7. 2022
47 km, 1227 km seit Wien, von Varazdin nach Ptuj (Pettau, SLO) und nach Hause
Heiter, bis 28 °C
An diesem Tag wollten wir bis Maribor fahren, und dann von dort mit dem Zug nach Bleiburg. Leider hatte das neu reparierte Rad keine Luft im Reifen und ließ sich auch nicht aufpumpen. So mussten wir wieder in die Werkstatt, und dort wurde der schadhafte Schlauch durch die 2. Reserve ersetzt. Gestandene Radfahrer machten einen Schlauchwechsel zwar selbst, aber nach meinen früheren missglückten Versuchen wollte ich die Selbsthilfe vermeiden. Dadurch konnten wir erst mit 2 Stunden Verspätung losfahren.
Damit mussten wir das Tagesziel ändern, weil wir den Zug von Maribor nach Bleiburg wohl nicht mehr erreichen konnten. So fuhren wir nach Ptuj (früher Pettau), um von dort mit dem Zug nach Maribor zu fahren, und noch rechtzeitig die Verbindung nach Bleiburg zu bekommen.
Nach der kroatisch-slowenischen Grenze begannen wieder teilweise die markierten Radwege. Kurz vor Ptuj kamen wir zum Staudamm für den Ptujsko Jezero, dem Pettauer See. Und fuhren von da auf dem Damm nach Ptuj hinein. Am See sahen wir ungewöhnlich viele Schwäne in einem Schwarm zusammen, nach meiner Schätzung waren es etwa 400. Das sah wie nach einer ‚Schwanenkonferenz‘ aus, ich konnte mir nicht vorstellen, dass diese riesige Ansammlung permanent auf diesem See lebte.
Am Bahnhof versuchten wir eine Fahrkarte nach Bleiburg zu bekommen, die Schalterbeamtin wusste jedoch nicht, wie sie das Ticket ins Ausland machen sollte. Letzten Endes gab sie uns nach 20 Minuten ein Ticket nach Prevalje, der letzten Station vor der Staatsgrenze nach Österreich. So viel zum Verbund der Eisenbahnen innerhalb der EU.
In Ptuj kauften wir auch ein paar kühle Biere für die Zugfahrt, nachdem die Radtour hier geendet hatte und wir zufrieden darauf anstoßen konnten.


In Bleiburg wurden wir von Reiner mit meinem Auto abgeholt, den Fahrradträger hatte ich schon vor der Abfahrt am Auto montiert gehabt.
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